Licht ja, Blicke nein, das ist das Versprechen, das satiniertes Glas seit Jahrzehnten hält. Wer heute vor der Entscheidung steht, ob Milchglas oder satiniertes Glas die richtige Wahl für Bad, Büro oder Wohnraum ist, begegnet schnell einer Fülle von Begriffen und halbgaren Antworten. Dieser Guide räumt auf: Was ist satiniertes Glas genau, wie entsteht es, welche Eigenschaften bringt es mit, und wann ist die Kombination mit Sicherheitsglas nicht nur sinnvoll, sondern Pflicht? Als bayerischer Glasfachbetrieb mit Wurzeln seit 1857 und eigener ESG/VSG-Fertigung seit 2011 weiß Adamer Sicherheitsglas, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
Was ist satiniertes Glas?
Satiniertes Glas ist ein lichtdurchlässiges, aber blickdichtes Flachglas, dessen Oberfläche durch chemisches Ätzen oder mechanisches Sandstrahlen mattiert wird. Es lässt Licht diffus streuen, ohne klare Sicht zu ermöglichen.
Bevor es um Herstellungsverfahren, Pflegetipps und Normvorgaben geht, lohnt ein klarer Blick auf das Wesentliche: Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff satiniertes Glas, und warum wird er so häufig mit anderen Glasarten verwechselt?
Satiniertes Glas ist ein lichtdurchlässiges Klarglas, das durch chemische oder mechanische Bearbeitung eine matte Oberfläche erhält. Es zeichnet sich durch Blickdichte bei gleichzeitiger hoher Lichtdurchlässigkeit aus und sorgt für eine weiche, gleichmäßige Lichtstreuung. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort satiner ab, „glätten" oder „polieren" und beschreibt eine Oberflächenbearbeitung, die eine samtige, nicht glänzende Textur erzeugt.
Das Basisglas ist in aller Regel Floatglas, jenes im Floatverfahren hergestellte Flachglas, das den Standard für nahezu alle Glasverarbeitungen bildet. Wer mehr über die Herstellung von Floatglas erfahren möchte, findet in unserem Artikel Was ist Floatglas – Der Praxis-Guide für Ihr Projekt eine fundierte Grundlage. Satiniertes Glas ist also kein eigenständiger Glastyp, sondern eine Oberflächenbehandlung, die aus klarem Flachglas ein visuell und funktional völlig neues Material macht.
Wie wird satiniertes Glas hergestellt?
Die Mattierung entsteht nicht durch einen speziellen Rohstoff, sondern durch gezielte Bearbeitung der Glasoberfläche. Laut BauNetz Wissen kommt in der Architektur hauptsächlich das Mattätzen zum Einsatz, mit dem sich satinierte Oberflächen erzeugen lassen, die aufgrund ihrer Blickdichtheit häufig als Sichtschutzglas dienen. In der industriellen Praxis haben sich mehrere Verfahren etabliert, die sich in Oberflächenqualität, Pflegeeigenschaften und Anwendungseignung deutlich unterscheiden.
Säureätzung: der Industriestandard
Bei der Säureätzung greift die Flusssäure die Glasoberfläche kontrolliert an und erzeugt eine gleichmäßig matte, glatte Textur. Das Verfahren liefert die pflegeleichteste und hochwertigste Form des satinierten Glases, es ist auch das Verfahren, das Adamer für sein satiniertes Glas auf Floatbasis einsetzt. Die Tiefe und das Erscheinungsbild der Mattierung lassen sich durch Konzentration und Einwirkdauer der Säure gezielt steuern.
Im industriellen Fertigungsprozess werden die eingesetzten Säuren nach der Behandlung vollständig neutralisiert und entfernt, sodass die fertige Glasoberfläche im täglichen Gebrauch unbedenklich ist. Die Verarbeitung selbst erfordert strenge Sicherheitsvorkehrungen und sollte ausschließlich von Fachbetrieben durchgeführt werden.
Sandstrahlen: flexibel für Muster und Teilmattierungen
Beim Sandstrahlen wird die Glasoberfläche mit Strahlkorund unter hohem Druck mechanisch aufgeraut, wodurch eine raue, matte Oberfläche entsteht. Durch den Einsatz von Schablonen lassen sich individuelle Muster, Logos oder Motive gezielt einbringen, ein klarer Vorteil gegenüber der Säureätzung, die für großflächige, homogene Mattierungen optimiert ist.
Sandgestrahltes Glas ist jedoch grobporiger und anfälliger für Fingerabdrücke als säuregeätztes Glas und eignet sich daher weniger für großflächige Feuchtraumanwendungen.
Weitere Verfahren im Überblick
- Folienmattierung: Insbesondere bei VSG-Scheiben wird eine satinierte Folie zwischen die Glasschichten eingelegt, der Vorteil: beide Seiten bleiben glatt und leicht reinigbar.
- Siebdruck: Farbe wird über ein Sieb aufgedruckt und beim Härteprozess eingebrannt, leichter zu reinigen als geätztes Glas, aber weniger dauerhaft mattiert.
- Walzenprägung: Das Glas wird zwischen gemusterten Walzen hindurchgeführt, besonders für großflächige Anwendungen geeignet.
- Lasergravur: Ein Laserstrahl bearbeitet die Oberfläche präzise, ideal für feine Muster oder Schriftzüge.
Lichtdurchlässigkeit von satiniertem Glas
Wie viel Licht satiniertes Glas durchlässt, hängt entscheidend vom Grad der Satinierung und der Glasdicke ab. Dieser Parameter sollte von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Typischerweise liegt die Lichtdurchlässigkeit zwischen 40 und 85%:
- Feine Satinierung (70–85 %): Das Glas bleibt relativ lichtdurchlässig, ideal für Büros und Wohnräume, in denen viel Tageslicht gewünscht ist, aber Sichtschutz erforderlich ist. Laut dem Bundesverband Flachglas ist die Lichtdurchlässigkeit eines der wichtigsten Auswahlkriterien bei Verglasungen für Innenräume.
- Starke Satinierung (40–70 %): Intensivere Mattierung mit deutlich reduzierter Lichtdurchlässigkeit, ideal für Badezimmer, Besprechungsräume und Bereiche mit hohem Sichtschutzanspruch.
- Beidseitige Satinierung: Verstärkt Mattierung und Sichtschutz zusätzlich, reduziert aber die Lichtdurchlässigkeit weiter.
- Teilsatinierung: Kombination aus matten und klaren Bereichen, gezielte Licht- und Sichtschutzsteuerung für dekorative Anwendungen.
Tipp: Für Räume mit hohem Tageslichtbedarf bei gleichzeitigem Sichtschutzwunsch empfiehlt sich eine feine Satinierung. Sie bietet den besten Kompromiss zwischen Helligkeit und Privatsphäre.
Eigenschaften von satiniertem Glas im Überblick
Wer satiniertes Glas gezielt einsetzen möchte, sollte sein Eigenschaftsprofil kennen, denn die Entscheidung hängt nicht allein von der Optik ab.
- Transluzenz statt Transparenz: Satiniertes Glas ist lichtdurchlässig, aber nicht transparent. Umrisse und Farben sind schemenhaft erkennbar, Details bleiben verborgen. Wichtig: Der Sichtschutz ist nicht 100-prozentig, bei starker Beleuchtung von innen können Personen schemenhaft erkannt werden.
- Weiche Lichtstreuung: Die matte Oberfläche streut einfallendes Licht gleichmäßig und blendfrei – ideal für Räume, die hell, aber nicht grell wirken sollen.
- Pflegeleichte Oberfläche (säuregeätzt): Säuregeätztes Glas ist widerstandsfähiger gegen Fingerabdrücke als sandgestrahltes Glas, da die Oberfläche gleichmäßiger und weniger porös ist.
- Energieeffizienz: Satiniertes Glas reduziert direkte Sonneneinstrahlung und damit den Bedarf an Klimatisierung, lässt aber gleichzeitig genügend natürliches Licht in den Raum, um künstliche Beleuchtung zu minimieren.
- Optional verstärkte Kratzfestigkeit: Kratzfestigkeit ist keine automatische Eigenschaft satinierten Glases, sondern erfordert eine separate Zusatzbehandlung. Wer satiniertes Glas in stark frequentierten Bereichen einsetzt, sollte diese Option beim Fachbetrieb gezielt anfragen.
- Langlebigkeit: Bei richtiger Pflege verändert satiniertes Glas weder Farbe noch Lichtdurchlässigkeit über die Nutzungsdauer.
Welche Arten von satiniertem Glas gibt es?
Satiniertes Glas ist nicht gleich satiniertes Glas, je nach Basisglas, Bearbeitungstiefe und gewünschter Optik stehen verschiedene Ausführungen zur Verfügung. Adamer führt zwei Varianten im Sortiment:
- Satiniertes Glas auf Floatbasis: Die Standardvariante mit klassischer matt-milchiger Oberfläche, hergestellt im Ätzverfahren. Ideal für Duschen, Bürotüren, Trennwände und Möbel. Erhältlich ab 4 mm Stärke, wahlweise mit Schnittkante oder polierter Kante.
- Satiniertes Glas extraweiß: Die eisenoxidarme Variante auf Weißglas-Basis. Besonders neutrale, klare Weißanmutung ohne den leichten Grünstich des Standard-Floatglases, erste Wahl überall dort, wo Farbehrlichkeit und eine besonders hochwertige Optik im Vordergrund stehen, z. B. bei Museumsverglasung, Ladenbau oder anspruchsvollen Innenarchitekturprojekten.
- Muster-satiniert: Durch Teilmattierung entstehen dekorative Muster, Streifen oder Motive. Häufig bei Glastüren und Trennwänden.
- Farb-satiniert: Glaseinfärbung vor der Satinierung oder nachträgliche farbige Beschichtung für moderne Innenarchitektur.
- Einseitig satiniert: Standard für die meisten Anwendungen, eine Seite matt, eine Seite klar.
- Beidseitig satiniert: Verstärkte Mattierung und vollständigerer Sichtschutz, z. B. für Arztpraxen, Krankenhäuser oder Besprechungsräume.
- Anti-Fingerprint-Beschichtung: Spezielle Beschichtung, die die Anfälligkeit für Fingerabdrücke erheblich reduziert, empfehlenswert für stark frequentierte Bereiche.
- Satiniertes ESG oder VSG: Für alle sicherheitsrelevanten Anwendungen, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Satiniertes Glas vs. Milchglas: Wo liegt der Unterschied?
Diese Frage sorgt in der Beratungspraxis regelmäßig für Verwirrung, da beide Begriffe im Alltag oft synonym verwendet werden. Dabei handelt es sich technisch um grundlegend verschiedene Herstellungswege.
Wie Wikipedia erläutert, entsteht Milchglas auf zwei grundlegend verschiedenen Wegen: Entweder werden der Glasmischung bereits vor dem Schmelzen Trübmittel wie Calciumphosphat, Fluoride oder Zinnoxid beigemischt, sodass das Glas durchgehend opak ist, oder es wird als Milchüberfangglas hergestellt, bei dem klares Floatglas im Herstellungsprozess mit einer dünnen Schicht Trübglas verschmolzen wird. Das von Adamer als Spezialglas geführte Milchüberfangglas (OPALIKA®) ist ein Zweischichtenglas, das primär für anspruchsvolle Beleuchtungsanwendungen wie Lichtdecken in Museen, Showrooms und Atrien entwickelt wurde, es streut Licht schattenarm und gleichmäßig, ist jedoch kein Sichtschutzglas im klassischen Sinne.
Satiniertes Glas hingegen entsteht durch eine nachträgliche Oberflächenbehandlung des fertigen Klarglases und ist die richtige Wahl für alle Anwendungen, bei denen Sichtschutz bei gleichzeitiger Lichtdurchlässigkeit gefragt ist.
|
Merkmal |
Satiniertes Glas (Säureätzung) |
Sandgestrahltes Glas |
Milchglas |
|
Entstehung |
Nachträgliche Oberflächenmattierung |
Nachträgliche Oberflächenmattierung |
Trübmittel in der Glasmasse oder Milchüberfangglas |
|
Oberfläche |
Fein, gleichmäßig, seidig |
Rau, grobporiger |
Glatt, durchgehend milchig |
|
Fingerabdruckanfälligkeit |
Gering |
Hoch |
Gering |
|
Pflegeaufwand |
Niedrig |
Höher |
Niedrig |
|
Lichtdurchlässigkeit |
40–85 %, diffus |
40–85 %, diffus |
Mittel bis hoch |
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Individuelle Muster |
Eingeschränkt |
Sehr gut möglich |
Nicht möglich |
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Kosten |
Mittel bis höher |
Mittel |
Günstiger |
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Typische Anwendung |
Duschen, Bürotüren, Trennwände |
Dekorelemente, Musterverglasungen |
Fenster, Türen, Spezialbeleuchtung |
Vor- und Nachteile von satiniertem Glas
Satiniertes Glas überzeugt in vielen Bereichen, doch wie jedes Material hat es Stärken und Grenzen, die vor der Kaufentscheidung bekannt sein sollten. Wer beide Seiten kennt, trifft eine fundierte Wahl und vermeidet kostspielige Planungsfehler, die sich bei satiniertem ESG nachträglich nicht mehr korrigieren lassen.
Vorteile
- Modernes, hochwertiges Erscheinungsbild mit samtiger Haptik
- Effektiver Sichtschutz bei gleichzeitig hoher Lichtdurchlässigkeit
- Gleichmäßige, blendfreie Lichtstreuung, kein abgedunkelter Raum
- Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten: Muster, Farben, Teilmattierungen
- Pflegeleicht (besonders säuregeätzte Variante)
- Langlebig und in Verbindung mit ESG/VSG sicherheitsgerecht einsetzbar
- Beitrag zur Energieeffizienz durch Reduzierung direkter Sonneneinstrahlung
- 100 % recyclebar
Nachteile
- Teurer als Klarglas und einfaches Milchglas
- Mattierung lässt sich nachträglich nicht verändern oder entfernen
- Bei ESG: alle Maße, Bohrungen und Ausschnitte müssen vor dem Härten feststehen
- Sandgestrahlte Varianten anfälliger für Fingerabdrücke und Kalkflecken
- Kratzfestigkeit nicht automatisch vorhanden, erfordert Zusatzbehandlung
- Sichtschutz nicht 100-prozentig bei starker Innenbeleuchtung
- Für Außenanwendungen empfiehlt sich eine Schutzversiegelung
Satiniertes Glas als ESG oder VSG: Wann ist Sicherheitsglas Pflicht?
Satiniertes Glas muss in Duschen, Glastrennwänden und begehbaren Bereichen zwingend als ESG oder VSG ausgeführt werden. Die Mattierung wird dabei auf das Basisglas aufgebracht, bevor dieses den Sicherheitsprozess durchläuft.
Satiniertes Glas als bloßes Floatglas ist in zahlreichen Anwendungsbereichen nicht zulässig. Sobald eine Glasscheibe in einem sicherheitsrelevanten Bereich eingesetzt wird, schreiben Bauordnung und technische Regelwerke Sicherheitsglas vor. Die relevanten Normen sind die DIN EN 12150 für Einscheibensicherheitsglas (ESG) sowie die DIN EN 14449 für Verbundsicherheitsglas (VSG), beide herausgegeben vom Deutschen Institut für Normung. Wer diesen Schritt übersieht, riskiert nicht nur behördliche Probleme, sondern im schlimmsten Fall echte Verletzungsgefahren.
Der entscheidende Planungsschritt: Beim Einscheibensicherheitsglas müssen alle Bearbeitungen, Zuschnitt, Schliff, Satinierung, Bohren, vor dem thermischen Spannprozess erfolgen. In diesem Zustand handelt es sich noch um einfaches Basisglas, das sich schneiden, lasern, sägen, bohren, fräsen, gravieren und polieren lässt. Nach dem Vorspannprozess ist eine weitere mechanische Bearbeitung nicht mehr möglich: Schon das Bohren eines kleinen Lochs führt zum vollständigen Glasbruch. Die Satinierung muss also immer am rohen Floatglas erfolgen, erst dann wird das Material zum ESG gehärtet oder zu VSG laminiert. Dieser Planungsschritt wird von Laien regelmäßig unterschätzt.
Adamer Sicherheitsglas produziert ESG und VSG seit 2011 in eigener Fertigung und realisiert alle Bearbeitungsschritte vor dem Härteprozess. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Sicherheitsglas nach Maß – ESG oder VSG.
Typische Einsatzbereiche für satiniertes Sicherheitsglas
Satiniertes Sicherheitsglas findet sich heute in nahezu allen Bereichen des modernen Innenausbaus. Die folgende Übersicht zeigt, wo die Kombination aus Mattierung und Sicherheitsglas technisch notwendig oder gestalterisch erste Wahl ist:
- Dusche und Bad: VSG-Duschwände aus 2 × 4 mm ESG mit 0,76 mm PVB-Folie (= 8,76 mm Gesamtstärke), stilvoller Sichtschutz bei maximaler Sicherheit. Für eine besonders klare, grünstichfreie Optik empfiehlt sich die Ausführung in satiniertem Glas extraweiß.
- Bürotüren und Glastrennwände: Sichtgeschützte, lichtdurchflutete Arbeitsbereiche, auf Wunsch mit VSG-Schallschutz für Besprechungsräume kombinierbar.
- Konferenzräume und Praxen: Privatsphäre bei natürlichen Lichtverhältnissen, beidseitige Satinierung für vollständigen Sichtschutz.
- Ladenfronten und Hotels: Exklusives Ambiente mit diskretem Sichtschutz.
- Ganzglastüren und Schiebeelemente: ESG-Pflicht für alle begehbaren Glaselemente. Mehr zu den vielseitigen Anwendungsbereichen von Flachglas.
- Möbel, Tischplatten, Vitrinen: Satiniertes Floatglas ohne Sicherheitsanforderung; bei Tischplatten ab 6 mm, satinierte Seite nach unten.
- Treppenhäuser, Geländer, Überkopfverglasungen: Ausnahmslos VSG-Pflichtbereich, die PVB-Folie hält Bruchstücke zusammen und verhindert Absturzgefahr. Für Bereiche mit zusätzlichen Brandschutzanforderungen bietet sich Drahtglas als klassische Alternative an, das bei Bruch durch sein eingebettetes Drahtgeflecht zusammengehalten wird.
Kosten von satiniertem Glas nach Maß
Der Preis für satiniertes Glas hängt von mehreren Faktoren ab. Wer früh plant, vermeidet unnötige Mehrkosten, besonders da bei ESG nachträgliche Änderungen schlicht nicht möglich sind.
Die wichtigsten Preistreiber:
- Glasdicke: 4 mm Floatglas satiniert deutlich günstiger als 10 mm ESG satiniert
- Format: Größere Flächen und Sonderformate erhöhen den Preis
- Verarbeitungsgrad: Float < ESG < VSG, jede Stufe mehr Sicherheit, aber auch höhere Kosten
- Basisglas: Standard-Floatbasis günstiger als eisenoxidarmes Weißglas (extraweiß)
- Satinierungsverfahren: Säureätzung in der Regel teurer als Sandstrahlen, bietet aber bessere Pflegeeigenschaften
- Kantenbearbeitung: Polierte Kante kostet mehr als Schnittkante
- Bohrungen und Ausschnitte: Zusätzliche Positionen in der Kalkulation
Als Orientierung: Satiniertes ESG startet ab ca. 80–200 Euro pro m²; VSG-Ausführungen ab ca. 200 Euro pro m². Für eine verlässliche Kalkulation empfiehlt sich eine individuelle Anfrage direkt über adamer. Mehr über die Grenzen der Glasbearbeitung erklärt unser Ratgeber, Glas zu schneiden – was geht und was nicht.
Satiniertes Glas richtig pflegen
Satiniertes Glas pflegt man mit einem Mikrofasertuch und einem milden Glasreiniger. Scheuermittel, Stahlwolle und aggressive Reiniger sind tabu, sie zerstören die Mattierungsstruktur dauerhaft.
- Großflächig und feucht reinigen: Nie punktuell, sondern immer großflächig und feucht, so werden Kratzer durch Schmutzpartikel verhindert.
- Sanfte Reinigungsmittel: Milde Glasreiniger auf Alkoholbasis oder eine Essig-Wasser-Lösung (1 Teil Essig, 3 Teile Wasser) sind bewährt.
- Weiches Tuch: Ausschließlich weiche, fusselfreie Mikrofasertücher oder Baumwolltücher, keine Papiertücher.
- Nachspülen und trocken wischen: Nach der Reinigung mit klarem Wasser nachspülen und sofort trocken wischen, um Wasserflecken zu vermeiden.
Für Feuchtraumanwendungen wie Duschen empfiehlt sich zusätzlich eine Anti-Fingerprint-Beschichtung oder Nano-Versiegelung. Wer satiniertes Glas auf Möbeln oder Tischplatten einsetzt, sollte die satinierte Seite nach innen drehen, die glatte Klarglas-Seite ist deutlich pflegeleichter im Alltag.
Satiniertes Glas nach Maß: Worauf Sie bei der Bestellung achten sollten
Wer satiniertes Glas nach Maß bestellt, steht vor einer Reihe technischer Entscheidungen, die das Endergebnis maßgeblich beeinflussen. Glasdicke, Verarbeitungsgrad und Kantenbearbeitung sind keine Details, die man dem Zufall überlassen sollte, besonders dann nicht, wenn das Glas in sicherheitsrelevanten Bereichen eingebaut wird.
Folgende Parameter sollten vor der Bestellung feststehen:
- Glasdicke: 4 mm (einfache Trennwände, Möbel) bis 12 mm (Tischplatten, tragende Elemente)
- Basisglas: Standard-Floatbasis (satiniertes Glas) oder eisenoxidarmes Weißglas (satiniertes Glas extraweiß) für besonders neutrale Farbwiedergabe
- Einseitig oder beidseitig satiniert: Einseitig ist Standard; beidseitig erhöht Sichtschutz, reduziert Lichtdurchlässigkeit
- Verarbeitungsgrad: Floatglas, ESG oder VSG, immer zuerst mit dem Fachbetrieb klären
- Kantenbearbeitung: Schnittkante oder polierte Kante, rohe Schnittkanten sind bruchgefährdet
- Toleranzen: ±1 mm Fertigungstoleranz bei der Einplanung von Rahmen und Beschlägen berücksichtigen
- Anti-Fingerprint-Beschichtung: Für stark frequentierte Bereiche oder Feuchtraumanwendungen empfehlenswert
Was ist satiniertes Glas? Das Wichtigste im Überblick
Wer einmal verstanden hat, wie satiniertes Glas entsteht und in welchen Kontexten es welche Verarbeitungstiefe braucht, erkennt schnell: Es ist ein Material, das funktionale Präzision und gestalterische Eleganz auf einzigartige Weise vereint. Die richtige Entscheidung trifft aber nur, wer Herstellungsverfahren, Sicherheitsanforderungen und Einbausituation von Anfang an zusammen denkt.
Satiniertes Glas verbindet, was selten zusammenkommt: anspruchsvolle Optik, funktionaler Sichtschutz und in der richtigen Ausführung, sicherheitstechnische Verlässlichkeit. Was ist satiniertes Glas am Ende? Ein vielseitiger Werkstoff, der erst dann sein volles Potenzial entfaltet, wenn er fachgerecht geplant, verarbeitet und eingebaut wird.
Adamer Sicherheitsglas berät Sie von der Materialwahl bis zur Maßanfertigung, mit handwerklicher Erfahrung seit 1857 und eigener Sicherheitsglasfertigung seit 2011. Jetzt satiniertes Glas auf Floatbasis oder satiniertes Glas extraweiß direkt konfigurieren, oder Kontakt aufnehmen für eine individuelle Beratung.
Häufig gestellte Fragen zu satiniertem Glas
Welche Nachteile hat satiniertes Glas?
Satiniertes Glas ist in der Anschaffung teurer als Klarglas und, je nach Verfahren, anfälliger für Fingerabdrücke und Kalkflecken. Die Mattierung lässt sich nachträglich nicht entfernen oder verändern. Zudem ist eine Bearbeitung nach dem Härten (bei ESG) nicht mehr möglich, Maße und Ausschnitte müssen exakt vorab geplant werden.
Wie sieht satiniertes Glas aus?
Satiniertes Glas hat eine matte, leicht samtige Oberfläche und wirkt milchig-weiß. Es lässt Licht diffus durchscheinen, ohne klare Sicht zu erlauben, Umrisse und Farben sind schemenhaft erkennbar, Details bleiben verborgen. Die Oberfläche wirkt edler und gleichmäßiger als sandgestrahltes Glas.
Wie putzt man satiniertes Glas?
Am besten mit einem weichen Mikrofasertuch und einem milden Glasreiniger oder lauwarmem Wasser mit einem Schuss Essig, immer großflächig und ohne starken Druck. Scheuerschwämme, Stahlwolle und aggressive Reinigungsmittel sind tabu, da sie die Mattierungsstruktur dauerhaft beschädigen.
Wie viel Licht schluckt satiniertes Glas?
Satiniertes Glas ist lichtdurchlässig, aber nicht transparent. Es streut das einfallende Licht gleichmäßig und weich, ohne es vollständig zu blockieren. Je nach Satinierungsgrad und Glasdicke liegt die Lichtdurchlässigkeit typischerweise zwischen 40 und 85 %, eine feine Satinierung lässt deutlich mehr Licht passieren als eine starke, vollständig blickdichte Mattierung. Es entstehen also keine dunklen Räume, sondern angenehm beleuchtete Flächen mit reduzierter Durchsicht.
